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PUNKTIONEN

Bild Mitarbeiterinnen bei der Laborarbeit
Bild Mitarbeiterinnen bei der Laborarbeit
Alle Punktionen setzen Laboruntersuchungen und eine Ultraschalldiagnostik voraus. Es gibt dabei zwei ganz unterschiedliche Arten von Punktionen:

1. Leberpunktion (sog. Menghini-Punktion)
Bei vielen Lebererkrankungen ist es allein mit dem Labor und Ultraschallmethoden nur schwer möglich, eine sichere Diagnose zu stellen, die Schwere der Erkrankung einzuordnen oder eine Behandlung zu planen. Dieses gilt insbesondere für viele Formen der Hepatitis, aber auch für Veränderungen der Laborwerte der Leber. In diesen Fällen kann eine feingewebliche Untersuchung von Lebergewebe entscheidend weiterhelfen.

Wie wird die Leberpunktion durchgeführt?

Mit einer Ultraschalluntersuchung wird zunächst die Lage der Leber und der umliegenden Organe einschließlich der Gallengänge und ggf. der Gallenblase dargestellt. Abhängig von dieser Lage müsen Sie sich dann meist auf die linke Seite legen und es wird in der Regel von der rechten Seite aus zwischen den Rippen punktiert. Nach einer Desinfektion wird mit einer dünnen Nadel eine örtliche Betäubung der Haut, des Zwischenrippenraumes und des Bauchfelles durchgeführt. Die Einstichstelle ist nun nicht mehr schmerzempfindlich und wird etwas erweitert.

Es handelt sich um eine sogenannte »Sekundenpunktion«, mit der ein kleines Gewebestück aus der Leber gewonnen wird. Bei dieser Punktion müssen Sie durch Ein- und Ausatemmanöver mithelfen. Die Punktion ist in der Regel schmerzarm, selten kann ein leichter Druck, gelegentlich ein kurzer Schmerz auftreten.

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2. Feinnadelpunktion

Eine Feinnadelpunktion ist erforderlich, um Gewebe aus verschiedenen Bauchorganen für eine feingewebliche Untersuchung zu erhalten, wenn Veränderungen auf andere Weise nicht einzuordnen sind.

Durchführung der Feinnadelpunktion:
Nach örtlicher Betäubung der Punktionsstelle wird eine dünne Nadel (unter 1mm Außendurchmesser) unter ständiger Ultraschallkontrolle in das Gewebe vorgeführt. Mit einer aufgesetzten Spritze wird ein Sog erzeugt und damit etwas Gewebe oder Zellmaterial gewonnen. Die kleinsten Gewebebröckel oder Zellen werden in Spezialinstitute verschickt. Die Punktion ist schmerzarm.

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Was ist bei einer Punktion (Leber- oder Feinnadelpunktion) für Sie zu beachten?
  • Die Werte für Ihre aktuelle Blutgerinnung (Quick, PTT und Thrombozyten) müssen uns vorliegen (in der Regel vom Hausarzt erstellt). Melden Sie sich bei Schwierigkeiten bitte rechtzeitig bei uns.
  • Die geschilderten Punktionen sind sehr risikoarme Routinemethoden. Komplikationen sind selten und bei uns noch nicht vorgekommen. In einem Aufklärungsbogen und –gespräch informieren wir Sie ausführlich.
  • Etwa eine Woche vor der Punktion und eine Woche danach müssen blutverdünnende Medikamente abgesetzt werden (z.B. Marcumar, Aspirin, ASS, auch viele Schmerzmittel, ggf. fragen Sie Ihren Arzt).
  • Am Tage der Punktion dürfen Sie vor der Untersuchung nichts essen. Nach der Punktion müssen Sie bei uns bis zum Nachmittag in der Praxis bleiben, da wir dann mittels Ultraschall eine Kontrolle zu Ihrer Sicherheit durchführen wollen. In den Tagen danach sollten Sie Leistungssport und schweres Heben für etwa eine Woche vermeiden.

Sie sollten uns auch informieren, wenn bei Ihnen eine Allergie oder Überempfindlichkeitsreaktion auf Medikamente, Pflaster, örtliches Betäubungsmittel o.ä. besteht, oder wenn Sie eine schwere Herz-Kreislauf- oder Lungenerkrankung oder eine Infektionskrankheit haben!